Gemeindeparlament

51% der Zürcher Bevölkerung leben in Parlamentsgemeinden. Neben Winterthur (109'377 Einwohner, Stand 2016) und Zürich (401'144) kennen die folgenden 11 Städte ein Gemeindeparlament:
Adliswil (18'651), Bülach (19'503), Dietikon (26'929), Dübendorf (27'510), Illnau-Effretikon (16'734), Kloten (19'021), Opfikon (19'461), Schlieren (18'681), Uster (34'206), Wädenswil (21'686) und Wetzikon (24'564). Andere Gemeinden ähnlicher Grössenordnung wie Horgen (20'207), Thalwil (17'728), Regendsorf (18'112) oder Volketswil (18'449) sind bis heute bei der Gemeindeversammlung geblieben.

Das Gemeindeparlament wird häufig auch als «Grosser Gemeinderat» bezeichnet (vgl. § 5 Abs. 2 GG).

In der Parlamentsgemeinde übernimmt das Gemeindeparlament die Rolle der Gemeindeversammlung. An die Stelle der direkten Versammlungsdemokratie tritt die repräsentative Demokratie. Das Gemeindeparlament beschliesst über die Geschäfte, die ihm das kantonale Recht oder die Gemeindeordnung zuweisen. Es übt die politische Kontrolle über die Behörden, die Verwaltung und die weiteren Träger öffentlicher Aufgaben aus. Die Gemeindeordnung bestimmt die Anzahl Mitglieder. Das grösste Gemeindeparlament zählt 125 Mitglieder, das kleinste 28 Mitglieder.

Die Stimmberechtigten behalten jedoch verschiedene direkt-demokratische Mitwirkungsrechte. Wie in der Versammlungsgemeinde können sie über bestimmte Geschäfte, die ihnen das kantonale Recht oder die Gemeindeordnung zuweist, an der Urne abstimmen (vgl. § 10 Abs. 1 GG).

Über die Organisation des Parlaments erlässt das Parlament einen Organisationserlass (Geschäftsordnung). Bei der Ausgestaltung des Organisationserlasses ist das Parlament in weiten Teilen frei. Das Gemeindegesetz schreibt in § 31 lediglich vor, was im Minimum zu regeln ist. Darüber hinaus garantieren die §§ 33 und 34 GG den Parlamentariern gewisse minimalen Rechte. So muss sich jedes Parlamentsmitglied zu den Geschäften äussern und Anträge stellen können. Ausserdem kann jedes Parlamentsmitglied Motionen, Postulate, parlamentarische Initiativen, Interpellationen und Anfragen einreichen.

Voraussichtlich Mitte 2018 wird ein Muster-Organisationserlass für Gemeindeparlamente zur Verfügung stehen.